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Auf „Goldschatz“ gestoßen: Film zeigt Düben vor 90 Jahren

Stadtchronist Lutz Fritzsche hat unzählige Akten, Dokumente und Bücher zur Geschichte (Bad) Dübens in seinem Büro. Durch Zufall kam er nun an einen Film, der die Stadt im Jahr 1929 zeigt.	Foto: (Wsp) Phillipp
Stadtchronist Lutz Fritzsche hat unzählige Akten, Dokumente und Bücher zur Geschichte (Bad) Dübens in seinem Büro. Durch Zufall kam er nun an einen Film, der die Stadt im Jahr 1929 zeigt. Foto: (Wsp) Phillipp

(Bad Düben/Wsp/kp). Es war der Hingucker zum Neujahrsempfang. Nun ist er für jedermann erhältlich: ein Imagefilm, der Düben, damals noch ohne Bad-Titel, im Jahre 1929 zeigt. „Es ist ein wahrer Goldschatz“, freut sich Lutz Fritzsche auch heute noch. Auf die Frage, wie oft sich der Stadtchronist den 25 Minuten und 15 Sekunden langen Film bereits angeschaut habe, muss er nur lachen – das sagt wohl alles über die Bedeutung des raren Fundstücks aus.
Darauf gestoßen ist Fritzsche im Schönwölkauer Ortsteil Krensitz. „Eine gute Bekannte fand im Nachlass ihres Ehemanns, einem alten Dübener, ein Karton mit der Aufschrift ‚Düben 1929, Stadtansichten, Gaststätten, Feuerwehrübung mit Arbeiter-Samariterbund‘ und hat mich gefragt, ob ich Interesse habe“, blickt der Kurstädter zurück. Als er ihn zu Hause öffnete, traute er seinen Augen kaum. Ihm kam eine Filmrolle entgegen. „Ich dachte mir nur: Wenn es das ist, was drauf steht, ist es eine Sensation.“
Fritzsche machte sich kundig, schaute sich nach Fachpersonal um, welches den 35-Millimeter-Film noch umwandeln kann. Nach vergeblichen Versuchen in Wolfen wurde er bei einem Unternehmen in Bayern fündig. Als die ersehnte Fracht den Weg zurück nach Bad Düben fand, wurde das Material inspriziert. Zu sehen sind Panoramaaufnahmen der Stadt, mehrere Gaststätten wie die „Hammermühle“, der „Schwarze Adler“ (heute Hotel „National“), der „Preußische Hof“ (später „Dübener Hof“, heute Volksbank), der Gasthof „Zur Linde“ (ehemals „WeltenBummler“), das „Parkres­taurant“ (heute Kurhaus) oder das Schützenhaus. Das Rathaus mit Stadtsparkasse und Ratskeller zeigt sich ebenso in bewegten Bildern wie zahlreiche Geschäfte der Innenstadt. Aber auch einige Personen sind zu erkennen. Fritzsche hat sogar den einen oder anderen Namen parat – vom Stadtwehrleiter Wilhelm Lippold bis zum damaligen Markt-Apotheker Franz Schuchardt kamen einige vor die Linse.
„Ich nehme an, dass örtliche Unternehmer und Gastronomen den Film damals mitfinanziert haben. Dieser wurde dann sicher in Kinos unter anderem in Leipzig und Berlin gezeigt“, mutmaßt Fritzsche. Schließlich falle auch auf, dass viele Menschen in den Szenerien zu sehen sind. Der Streifen diente nicht umsonst als Werbefilm. Eine pulsierende, lebendige Kleinstadt sollte offensichtlich suggeriert werden.
Als er Astrid Münster den Film vorspielte, war die Bürgermeis­terin sofort Feuer und Flamme. Zum Neujahrsempfang wurden die bewegten Bilder in Dauerschleife an die Wand projiziert, während die Gäste Speisen und Getränke zu sich nahmen. „Allein die Resonanz von diesem Abend war riesig. Ich hätte locker 20 Stück verkaufen können“, schmunzelt Fritzsche.
Mittlerweile wurde der Stummfilm vertont. Der Laußiger Hans-Georg Marschner legte sowohl das Lied „Düben, liebe kleine Stadt“ als auch für die 1920er Jahre typische Musik drunter. Als DVD ist der historische Schnipsel nun direkt bei Lutz Fritzsche in der Baderstraße 18 (Tel.: 034243 / 21956) oder im Hotel „National“ zum Preis von 15 Euro erhältlich. In stark limitierter Auflage, aber eine Nachproduktion wird wohl nicht lange auf sich warten lassen. „Da es mich kein Geld gekos­tet hat, wandert der Erlös an einen gemeinnützigen Zweck“, sagt Fritzsche. Nach Abzug der Produktionskos­ten sollen 10 Euro pro DVD zu einem Teil ins neue Opern-Projekt der Heide-Grundschule und zum anderen Teil in die Anschaffung der Breitwellenrutsche für das NaturSportBad fließen.